„Als ich erfuhr, dass ich als Spenderin für eine Patientin in Frage komme, habe ich mich gefreut“, erinnert sich Mirijam Lovric, „aber ich war im ersten Moment auch etwas unsicher, was da nun genau auf mich zukommen würde. Durch den Arzt wurde ich jedoch sehr gut beraten und er konnte mir die Unsicherheit nehmen. Ich bin überzeugt davon, dass alles seinen Sinn hat, auch, dass ich gerade diesem bestimmten Menschen helfen kann.“
Tatsächlich ist das ein großes Glück. Um eine Transplantation erfolgreich durchführen zu können, müssen die Gewebemerkmale des Spenders nahezu vollständig mit denen des Patienten übereinstimmen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt zwischen 1:20.000 und 1: mehreren Millionen. Als weltweit größte Datei vermittelt die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH heute vier bis fünf Stammzellspenden täglich, doch noch immer kann für jeden vierten Patienten kein geeigneter Spender gefunden werden.
Deshalb ist es auch so wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren und typisieren lassen.
Fünf Tage lang spritzte sich Mirijam Lovric ein Medikament unter die Haut. Dieser körpereigene hormonähnliche Stoff regt die Produktion der Stammzellen im Knochenmark an und schwemmt diese in die Blutbahn aus. „Anschließend wurde ich an ein sogenanntes Apheresegerät angeschlossen. In jeden Arm legte man mir einen venösen Zugang und die Stammzellen wurden durch ein spezielles Verfahren aus dem Blut herausgefiltert“, berichtet die 27jährige. „Es hat mich sehr berührt, dass ich mit meiner Stammzellspende einer 21-jährigen Spanierin die Chance auf Überleben gegeben habe.“ In Deutschland und zahlreichen weiteren Ländern haben Spender und Empfänger nach zwei Jahren die Möglichkeit, sich kennen zu lernen, wenn beide dies wünschen. Spanien gehört leider nicht dazu. „Das finde ich sehr schade“, bedauert die DKMS-Spenderin, denn sie würde gerne mehr über die junge Spanierin erfahren, der sie ihre Stammzellen gespendet hat. „Das Wichtigste ist aber, dass es ihr bald besser geht“, hofft Mirijam Lovric.
Auch Volker Beck, Mitarbeiter der EDV-Abteilung, hat im September 2003 Stammzellen für einen kleinen Jungen aus Tschechien gespendet. „Als hier im Unternehmen die Betriebstypisierung stattfand, war ich schon längst typisiert. Ich hatte mal einen Aufruf für einen Patienten in der Zeitung gelesen und bin da hin gegangen“, erinnert sich der 44-jährige Vater. Die Spende selbst sei unkompliziert gewesen und er habe keinen Moment gezweifelt, ob er tatsächlich Stammzellen spenden solle. „Es ist ein Wunder, dass man mit so wenig Aufwand einem Menschen das Leben retten kann.“
Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie, darunter auch viele Kinder und Jugendliche. Die Übertragung gesunder Stammzellen ist oft die einzige Überlebenschance. Jeder, der sich typisieren lässt, kann eventuell zum Lebensspender für einen Patienten werden. Betriebstypisierungen sind dabei eine große Unterstützung. Insgesamt 129 Kolleginnen und Kollegen der Dentaurum J. P. Winkelstroeter KG ließen sich im Dezember 2002 typisieren. Das Unternehmen hat die Kosten für die aufwändigen Laboruntersuchungen der Blutproben in Höhe von 50 Euro pro Registrierung und Typisierung für alle Mitarbeiter übernommen. Die DKMS bedankt sich bei der Geschäftsführung und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Dentaurum J. P. Winkelstroeter KG für das Engagement und die großartige Unterstützung.
Weitere Informationen zur Deutschen Knochenmarkspenderdatei unter http://www.dkms.de/.
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