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Die Geschichte des Arnold-Biber-Preises ist schon mehr als 100 Jahre alt. Die Auszeichnung gehört in Deutschland zu den ältesten Förderpreisen der zahnmedizinischen Forschung. Arnold Biber (1854 –1902) gehörte Ende des 19. Jahrhunderts zu den Pionieren der Zahntechnik. Im Alter von 32 Jahren eröffnete er 1886 ein zahntechnisches Laboratorium in Pforzheim, aus der die Firma Dentaurum hervorging. Mit großer Tatkraft entwickelte der aus der Schweiz stammende Dentist geeignete Füllungsmaterialien und Legierungen für die Herstellung von Zahnersatz. Er verstand es zu dieser Zeit wie kein anderer, Goldkronen und gehämmerte Goldfüllungen in hervorragender Qualität anzufertigen. Arnold Biber war nicht nur einer der wichtigsten Impulsgeber im deutschsprachigen Raum, sondern beeinflusste auch die Zahntechnik durch seine Produktinnovationen maßgeblich.1 Nach seinem frühen Tod im Dezember 1902 übernahm Dr. Fritz Winkelstroeter 1908 das Unternehmen. Der Preis wurde von ihm ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die zahnmedizinischen Wissenschaften zu fördern. Dieser Forschungspreis wurde nach dem Namen des Firmengründers von Dentaurum benannt, als Wertschätzung für seine geleistete Arbeit.2

Nachweislich wurde der Arnold-Biber-Preis 1910 zum ersten Mal ausgeschrieben und im gleichen Jahr verliehen. Der Preis wurde jährlich für unveröffentlichte, wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Zahntechnik und Zahnheilkunde verliehen und war mit 1.000 Mark dotiert. Der Verein Deutscher Zahnärzte im Rheinland und Westfalen stellte die erste Preiskommission mit Curt Hielscher, Köln, Dr. Baldus, Köln, PD Dr. Eicheler, Bonn, Dr. Kersting, Aachen, Dr. Schulte, Dortmund, Dr. Siebert Düsseldorf und Dr. Zimmer, Pforzheim. Der erste Preisträger des Arnold-Biber-Preises ist Dr. W. Stärke aus Berlin. Er erhielt 1910 den Preis für seine Arbeit „Welche Brückenarbeit entspricht den Ansprüchen, die vom Zahnarzt und vom Patienten an einen guten Zahnersatz gestellt werden, am meisten?“.3 In den nachfolgenden Jahren stellte jedes Jahr eine andere zahnärztliche Vereinigung in Deutschland die Preiskommission: 1911 - Verein Brandenburger Zahnärzte4, 1912 - Verein Badischer Zahnärzte5, 1913 - Zahnärztlicher Verein zu Frankfurt a. M.6, 1922 - Verein Deutscher Zahnärzte im Rheinland und Westfalen7, 1923 – Verein bayrischer Zahnärzte8 und 1924 – Landesverband der Ostpreußischen Zahnärzte9. 1925 wurde der Arnold-Biber-Preis vorläufig zum letzten Mal ausgeschrieben und verliehen.10 Danach wurde der Arnold-Biber-Preis für einige Jahre ausgesetzt und während des Zweiten Weltkrieges nicht mehr verliehen.


Im Jahr 1956 stellte Hans-Peter Winkelstroeter, Geschäftsführer der Firma Dentaurum, der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde den Arnold-Biber-Preis zur jährlichen Verleihung wieder zur Verfügung.11 Ein Preisgeld in Höhe von 1.000 DM wurde gestiftet. Für den wieder ins Leben gerufenen Arnold-Biber-Preis wurde ein Kuratorium von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde eingesetzt. Zu den ersten Mitgliedern des Kuratoriums gehörten: Prof. Dr. Hans Rehm, Freiburg, Prof. Dr. Paul Weikart, Köln und Prof. Dr. Konrad Morgenroth aus Hattingen. 1957 wurde die Arbeit "Kritische Betrachtungen über Messungen elektrischer Metallpotentiale im Mund" von Dr. E. Köhler aus Berlin mit dem Arnold-Biber-Preis ausgezeichnet. Im Einvernehmen mit der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde wurde die Preisausschreibung im Jahr 1967 geändert und die Preisvergabe der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie übertragen.

Ab 1968 wurde der Arnold-Biber-Preis als Kieferorthopädischer Forschungspreis ausgeschrieben. Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie wählte im Mai 1968 ein Kuratorium für die erste Preisvergabe, das aus den Professoren Felix Ascher, Heinz Paschke und Dr. Kurt Bertzbach bestand.12 Seitdem erfolgt die Auszeichnung mit dem Arnold-Biber-Preis durch ein Kuratorium des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie13. Der inzwischen mit 5.000 EUR dotierte Preis wird heute für eine bisher nicht veröffentlichte wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Kieferorthopädie jährlich ausgeschrieben. Dabei wird vorausgesetzt, dass der überwiegende Teil der wissenschaftlichen Ergebnisse bisher in keiner Publikation enthalten ist. Aufgrund des hohen Qualitätsanspruchs an die Arbeiten, gab es auch schon Jahre ohne Preisvergabe. Um die begehrte Auszeichnung können sich in Deutschland approbierte Zahnärzte und die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie als Alleinautoren oder als Forschungsteams bewerben. Die Verleihung des Preises erfolgt anlässlich der Wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie. Die preisgekrönten Arbeiten werden im Fachmagazin „Journal of Orofacial Orthopedics / Fortschritte der Kieferorthopädie“ Springer Verlag veröffentlicht.

Weitere Informationen zur Ausschreibung des Arnold-Biber-Preises sind bei der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie oder unter: http://www.dgkfo-vorstand.de/die-dgkfo/forschungspreise/ erhältlich.

 

Quellen- und Literaturverzeichnis

1 Zürcher Taschenbuch 2013, Gesellschaft Zürcher Geschichtsfreunde und Staatsarchiv Zürich, HRSG, Vom Zürichsee in den Schwarzwald, Huser, Karin und Teichman, Daniel, 133. Jahrgang, Verlag Sihldruck, 2013, Zürich, S. 239 - 257
2 Archiv, Dentaurum GmbH & Co. KG, Ispringen – Pforzheim
3 Deutsche Zahnärztliche Wochenschrift, 1910, Jahrgang XIII, Nr. 52, S. 947
4 Deutsche Zahnärztliche Wochenschrift, 1911, Jahrgang XIV, Nr. 52, S. 365
5 Deutsche Zahnärztliche Zeitung, 1912, Nr. 5, S. 62
6 Deutsche Zahnärztliche Zeitung, 1913, Nr. 15, S. 13
7 Zahnärztliche Rundschau, 1922, Jahrgang 1922, Nr. 18, S. 281
8 Zahnärztliche Rundschau, 1923, Jahrgang 1923, Nr. 15/16, S. 121
9 Zahnärztliche Rundschau, 1924, Jahrgang 1924, Nr. 24, S. 303
10 Zahnärztliche Rundschau, 1926, Jahrgang 1926, Nr. 8, S. 138
11Deutsche Zahnärztliche Zeitung, 1956, 11. Jahrgang, Heft 18, S. 1049
12 Bernklau, Karl und Bertzbach, Kurt, HRSG, Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie (1907 – 1978), Urban & Schwarzenberg, 1981, München, S. 88 – 89
13Groß, Dominik und Schäfer, Gereon, Geschichte der DGZMK (1859 – 2009), Quintessenz Verlag, 2009, Berlin, S. 206

 

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